Sprachförderung

Seit Beginn der 70er Jahre steht im Mittelpunkt unserer Arbeit die Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund und Deutsch als Zweitsprache, die einen recht hohen Anteil von ca. 50% an unserer Schule bilden.
Schon frühzeitig wurde mit der Entwicklung von pädagogischen Förderkonzepten für die Beschulung dieser Kinder begonnen, die im Laufe der Zeit immer wieder den aktuellen Bedürfnissen angepasst wurden.
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So entstand zunächst ein integratives Förderkonzept, bei dem die Kinder im Klassenverband möglichst schnell integriert und dennoch individuell und gezielt gefördert werden sollen. Hierbei wird die soziale Komponente ebenso wichtig erachtet, wie das Erlernen der deutschen Sprache.
Wesentliche Ziele hierbei sind:
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– Den Kindern soll ermöglicht werden, sich in ihrer neuen Umgebung und ihrem neuen Sprachraum angstfrei zu orientieren.
– Es ist wichtig, ein Klima des Vertrauens zu schaffen, um das weitere Lernen zu ermöglichen und zu unterstützen.
– Der Spracherwerb ist kein isolierter Lernprozess. Er wird in den Rahmen integrativer Maßnahmen eingebettet.
– Unterrichtsmaterial und begleitende Medien sollen durch Symbole und bildhafte Darstellungen einen besseren Zugang zu Lerninhalten schaffen.
– Die Umwelt der Kinder soll für deren Probleme sensibilisiert und in den Integrations- und Spracherwerbsprozess einbezogen werden.
Weiterhin gibt es neben dem integrativen Förderkonzept gezielten Sprachförderunterricht, der bereits im letzten Kindergartenjahr beginnt und sich bis zur vierten Klasse durchzieht.
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Seit dem Schuljahr 2002/03 werden für die Kinder mit Migrationshintergrund im letzten Kindergartenjahr sogenannte Vorlaufkurse angeboten. Derzeit arbeiten fünf Lehrerinnen vor Ort in den Homberger Kitas in enger Kooperation mit den Erzieherinnen und den Eltern. Als grundlegendes Förderkonzept wird das Heidelberger Sprachprogramm „Deutsch für den Schulstart“ eingesetzt und durch weitere Materialien ergänzt. Hierbei wird neben der Vermittlung eines Wortschatzes vor allem auch die deutsche Grammatik und Satzstellung geübt und gefördert.
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Im September 2005 startete die Schule mit dem Projekt „Deutsch & PC“, das vom Hessischen Kultusministerium und der gemeinnützigen Herti-Stiftung initiiert wurde. Deutsch & PC beginnt in allen Klassen der ersten Jahrgangsstufe. Erstklässler mit unzureichenden Deutschkenntnissen werden parallel zum Klassenverband in eigenen Fördergruppen von sechs bis acht Schülerinnen und Schülern sechs Stunden wöchentlich in Deutsch unterrichtet. In der zweiten Klassenstufe wird das Förderangebot fortgesetzt.
Der Unterricht wird nach dem geltenden Bildungsstandards für die Grundschule erteilt, wobei den Kindern ein sprachlich besonders intensiver Unterricht angeboten wird. So können die Schülerinnen und Schüler ihrem Kenntnisstand entsprechend lernen. Das gemeinsame Arbeiten am Computer erhöht die Kommunikation. So fördert Deutsch & PC nicht nur die Sprach- und Lesefähigkeiten, sondern auch die Medienkompetenz der Zuwandererkinder.

Neben dieser Förderung erhalten sogenannte Seiteneinsteiger mit sehr geringen deutschen Sprachkenntnissen zusätzlich in Intensivkursen eine gezielte Sprachförderung. Diese findet in klassen- und jahrgangsübergreifenden Gruppen statt, die nach Sprachstand zusammengestellt werden.
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In den Klassenstufen drei und vier findet Sprachförderunterricht in Kleingruppen (zwei bis sechs Kinder) zusätzlich, aber auch zum Teil parallel zum Regelunterricht statt. Die Kurse sind in der Regel jahrgangsbezogen, können aber auch jahrgangsübergreifend sein.

Alle Konzepte richten sich nach dem gleichen inhaltlich-methodischen Rahmen:
Enge Kooperation der Förderlehrerin, des Förderlehrers mit der Klassenlehrerin/ dem Klassenlehrer im Hinblick auf den „normalen Unterricht“. Die Sprachförderung ist unterrichtsbegleitend.